Bühne 66 Schwyz

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Aus den Anfängen der Bühne 66 Schwyz

von Paul Schmidig

Mit dem Stück "Der Herr in Grau" oder "Tanz um Seelen" von Iso Keller trat im Frühling 1961 eine lose Spielervereinigung im neuerbauten Verenasaal in Ibach an die Öffentlichkeit. Diese Theatertruppe nannte sich "Dramatische Gruppe Schwyz und Umgebung", spielte in der Hochdeutschen Sprache und hatte auf Anhieb mit dem genannten Stück einen Riesenerfolg. Dieser liess sich in den folgenden Stücken leider nicht mehr wiederholen - und 1966 stand man vor dem Aus. Aus dieser losen Spielervereinigung entstand im Herbst 1966 ein Theaterverein. Träger dieses neuen Vereins waren hauptsächlich begeisterte Theaterspieler aus den Standesvereinen. Im Restaurant "Hofmatt" in Schwyz wurde im Oktober der neue Theaterverein gegründet, das Gründungsjahr gab den Namen: Bühne 66. In den Statuten setzte man sich das Ziel, gute und anspruchsvolle Theaterliteratur auf der Bühne umzusetzten. In der Frage der Theatersprache entschied man sich für die Schwyzer Mundart. In ihrer Vielfalt beherrschten diese mehr oder weniger alle, das Bühnenhochdeutsch kaum jemand.
Statt auf die Sprache, konnten sich die Spieler auf den Charakter, das Agieren und die Feinheiten der darzustellenden Figuren konzentrieren. Am damals getroffenen Entscheid braucht auch heute nicht gerüttelt zu werden. Dieser Entscheid hatte aber auch Konsequenzen. Die Übersetzung in die Mundart setzte ein aussergewöhnliches Kennen des "Schwyzertüütschs" voraus. Nur dies gab die Gewähr, dass die gewählten Werke inhaltlich nicht verfälscht und im Sinne des Autors aufgeführt wurden. Das Signet der Bühne 66, das ein lachendes und ein ernstes Gesicht zeigt, wurde vom ehemaligen Ibächler Zeichnungslehrer und Dichter Clemenz Mettler für die "Dramatische Gruppe Schwyz und Umgebung" entworfen. Die Bühne 66, die sich als Nachfolgerin dieser Spielgruppe betrachtet, hat darum auch deren Signet übernommen. In diesem Signet ist der Auftrag der Bühne, Ernstes und Heiteres zu spielen, künstlerisch treffend dargestellt.